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Effektivität? – Eine Einleitung
Fließendes Wasser fault nicht.
Türangeln werden nicht wurmstichig –
denn sie bewegen sich.
Gleiches gilt auch für Körper und Geist.
(Aus der chinesischen Textsammlung „Frühling und Herbst des Lü Bu-We, ca. 240 v. Chr.)
Vielleicht stehen Sie an einem Anfang, von Ihren ersten Entscheidungen hängt die ganze Zukunft Ihrer Idee ab. Oder Sie befinden sich mitten in einer Situation, die unhaltbar geworden ist, an einem Scheideweg, und von Ihrer Entscheidung hängt es ab, in welche Richtung es weitergeht – abwärts oder aufwärts. Möglicherweise sind Sie auch bereits an einer Sache gescheitert und wollen von Neuem starten, Ihre Erfahrung hat Sie klüger gemacht, aber reicht sie aus, um falsche Entscheidungen zukünftig auszuschließen?
Entscheidungen treffen zu müssen, ist die tägliche Forderung an verantwortliche und verantwortungsvolle Menschen. Eine Entscheidung treffen zu können, erfordert immer ein bisschen Mut: schnell steht man vor der unbequemen Aufgabe, Verantwortung nicht nur zu tragen, sondern auch übernehmen zu müssen. Entscheidungen und die Folgen von Entscheidungen bestimmen das Management eines Unternehmens ebenso wie das menschliche Leben überhaupt. Die Frage nach der richtigen Entscheidung ist deshalb eine der Grundfragen unseres Daseins und manchmal überlebenswichtig.
Effektivität heißt, richtige Entscheidungen zu treffen. Es gibt Entscheidungen, die stellen sich erst im Nachhinein als richtig oder falsch heraus. Selbst wenn sie sich als richtig herausstellen, haben solche Entscheidungen jedoch mehr mit dem Zufall als mit Effektivität zu tun. Eine richtige Entscheidung nach den Regeln der Effektivität sollte dagegen schon zu dem Zeitpunkt, an dem sie getroffen wird, richtig sein und auch richtig bleiben, selbst wenn sich durch unvorhersehbare Entwicklungen die Wirkung der Entscheidung ins Negative umkehren sollte.
Im letzteren Fall wird dann nicht die überholte richtige Entscheidung falsch, sondern einfach nur eine neue richtige Entscheidung notwendig.
Der Begriff Effektivität
Jeder wünscht sich für seine Entscheidungen ein hohes Maß an Effektivität. Um sich Effektivität erarbeiten zu können, muss jedoch zuerst der Begriff eingegrenzt werden, denn im allgemeinen Sprachgebrauch tauchen viele Konnotationen (implizierte Auffassungen) von „Effektivität“ auf. Nicht immer meinen Zwei genau dasselbe, wenn sie davon sprechen. Am häufigsten werden die Begriffe Effektivität und Effizienz miteinander vermengt. Sie unterscheiden sich jedoch recht klar:
- Effizienz heißt: Dinge richtig tun; der Aufwand soll im richtigen Verhältnis zum Ergebnis stehen, die Kosten-Nutzen-Rechnung ein Plus ergeben
- Effektivität heißt: die richtigen Dinge tun; die Wirksamkeit des Tuns im Gesamtzusammenhang und damit die Orientierung auf das Ziel (Output) ist vorrangig
An Beispielen lässt sich der Unterschied verdeutlichen: Aus einem Fischteich das Wasser abzulassen, sämtliche Fische einzusammeln und vollständig an umliegende Restaurants zu verkaufen, wäre effizient. Den Fischteich zu pflegen, die Fische zu füttern und regelmäßig die fettesten an ausgesuchte Kunden zu liefern, die wegen der Qualität über Jahre hinweg treu zu bleiben versprechen – das wäre effektiv.
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Quelle
Stéphane Etrillard, Die Magie der Effektivität:
4 CDs, ca. 266 min.
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